Impressionen und Z'sammg'schütts*

Alles klar mit dem Klar?

Unlängst erzählte ich einer Freundin von den genialen Ingwerkeksen, die ich aus eingefrorenem Eiklar fabriziert hatte – Modell Gourmet-Restl-verwerten – und sie war bass erstaunt, dass man Eiklar einfrieren kann. Darob ging mein geplanter Wow-Effekt mit den Ingwerkeksen unter, und ich war überrascht, wie eine normale Küchenfee nicht weiß, dass man übrig gebliebenes Eiklar (z.B. wenn man eine Majonnaise rührt oder einen Mürbteig macht) nicht wegwerfen muss, sondern diese in einem Plastikgeschirr für zukünftige Verwertung sammeln und einfrieren kann.

Da stellt sich die schlaue Frage, wie ich dann beim Backen und Wiegen weiß, wie viele Eiklar ich denn da in dem Tiegerl aufbewahrt habe? Auch dafür gibt es einen praktischen Trick: Ein Norm-Klar wiegt drei Deka, und wenn es zwei Klar für ein Rezept braucht, muss man nur sechs Deka aufgetautes Klar abwiegen. Alles klar?

Für die Verarbeitung zu schmackhaften und beeindruckenden Dessert- und Backergebnissen mit geschlagenem Eiklar gibt es eine Hochsaison, die Vor-Weihnachtszeit: Windringerl, Kokosbusserl oder Nussmakronen. Unterm Jahr können sie zu Baiser (mit Schlag) oder Schneehauben, z.B. auf Scheiterhaufen mit Äpfeln, aufgebraucht werden.

Ich merke beim Schreiben dieser Kolumne immer wieder, dass es viel Erlerntes und Erfahrungen rund ums Kochen gibt, die ich gerne mit den Leserinnen und Lesern teilen möchte. Denn Koch-Wissen fällt nicht vom Himmel. Ich hatte das Glück mit einer Profiköchin, meiner Mutter – inzwischen 86 und noch immer meine erste Anlaufstelle bei Kochfragen – aufzuwachsen. Manchmal fallen mir recht gute und bodenständig geschriebene Kochtipp-Bücher in die Hände, die auch für angelernte und interessierte Köchinnen wie mich, immer noch Neues auf Lager haben.

 

 

So ein Buch will ich Ihnen zum Abschluss ans Herz legen. „Das-Kind-geht-aus-dem-Haus-Kochbuch (Überleben ohne Mama)“ aus dem Pichler Verlag, zum Selberlesen oder Verschenken bestens geeignet. Einen praktischen Tipp aus dem Buch will ich ihnen verraten: Eier immer in geschlossenen Behältern (oder eben im Eierfach) im Kühlschrank aufbewahren, niemals offen, denn Eier sind Bakterienschleudern! Den Trick mit dem Eiklar-Ein- frieren hat uns die tolle Autorin Renate Wagner-Wittula allerdings vorenthalten, aber vielleicht kommt das in die nächste Auflage.

 

 

 

Schoko-Ingwer-Keks
2 flüssige Klar (= 6 Deka), 16 Deka weiche Butter, 17 Deka Staubzucker, gut verrühren. 5 Deka grob gehackte Kochschokolade, 5 Deka gehackte Walnüsse und 20 Deka glattes Mehl unterrühren, mit einer ordentlichen Prise Salz und 4 Deka geschältem, geriebenem Ingwer abschmecken. Kleine Häufchen mit Abstand (Teig läuft auseinander) auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, im vorgeheizten Rohr 10 Minuten bei 180 Grad goldgelb backen.

Viel Spaß und guten Appetit!

Buchtipp
Renate Wagner Wittula, Fotografien von Kurt-Michael Westermann
Das-Kind-geht-aus-dem-Haus-Kochbuch
Überleben ohne Mama
Pichler Verlag, 192 Seiten
broschiert, € 14,90

Barbara Neuroth

 

Barbara Neuroth

Barbara Neuroths
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* Wienerischer Ausdruck für Restlverwerten: Was gibts heute zu essen? Impressionen und Z’sammgschütts = Übriggebliebenes und Zusammengeleertes

 

 

 

 

 

 

 

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