Naschmarkt-Garage
(Chonologie)

APA-Meldung, 27. 1. 2009
Grüne Wien zu Aus für Naschmarktgarage: Sieg der Vernunft!
Vassilakou, Maresch: "Schriftliche Distanzierung von Schicker und Kaufmann gefordert"

Wien (OTS) - Die Klubobfrau der Grünen Wien, Maria Vassilakou, bezeichnet das Aus für die geplante Garage unter dem Naschmarkt als einen "wichtigen Sieg der Vernunft". Offenbar hat der Widerstand der Grünen und der UnterstützerInnen der Aktion "Rettet unseren Naschmarkt" Wirkung gezeigt. "Wir erwarten uns von den beiden Befürwortern des absurden Garagenprojekts, Planungsstadtrat Schicker und Bezirksvorsteherin  Kaufmann, eine klare und schriftliche Distanzierung", so Vassilakou zu den sich verdichtenden Gerüchten rund um das Ende der Pläne für eine Garage unter dem Naschmarkt.
"Offenbar haben die verantwortlichen PolitikerInnen eingesehen, dass ein solches Drüberfahren über eines der zentralen Wahrzeichen der Stadt gegen die Wünsche breiter Teile der Bevölkerung geht. Allein die Planung solcher Projekte aber zeigt, dass die Wiener SPÖ ohne den Widerstand der Grünen nicht davor zurückschrecken würde, auch so schöne Plätze wie den Naschmarkt zu ruinieren."

Der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch zeigt sich erfreut: "Jetzt muss endlich wieder Vernunft in die Politik der Wiener SPÖ einkehren. Grundsätzlich müssen die Interessen von AnrainerInnen in demokratischen Entscheidungsprozessen gewahrt werden. Die zahlreichen UnterstützerInnen der Aktion "Rettet unseren Naschmarkt" haben der SPÖ einen Denkzettel verpasst. Allein in den ersten Tagen der Unterschriften-Aktion haben über 700 Menschen die Petition persönlich unterschrieben und über 50 Prominente gegen das Garagenprojekt Stellung bezogen", so Maresch.


APA-Meldung, 27. 1. 2009
Mariahilf - BV-Kaufmann: "Hochwasserschutz bringt Naschmarktgarage zu Fall"

Wien (SPW-K) - "Die Garage unter dem Naschmarkt wird dem Vernehmen nach wegen technischer Auflagen beim Hochwasserschutz unwirtschaftlich werden", erklärt die Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann. Es sei zu befürchten, dass im Fall eines extremen Hochwassers eine "Rückschlagwelle" stromaufwärts fließt. Diese macht eine aufwendige und teure Erhöhung der Mauer zur U-Bahntrasse neben dem Wienfluss notwendig. "Dieses Szenario bedeutet für mich, dass damit eine Garage unter dem Nachmarkt nicht errichtet werden kann. Sicherheit geht vor!", sagt Bezirksvorsteherin Kaufmann.


Stellungnahmen einiger Bürgerinnen und Bürger zur Naschmarkt-Garage

Kranke Hirne
Ich kann‘s ja kaum glauben: Grade dort, wo es schon reichlich Parkplätze gibt, sollen neue gebaut werden! Rechnet man mit ungewöhnlich zahlungskräftigen Kunden, wenn man mehr ausgeben will als eine Garage anderswo kostet (und sich das sicher auf den Preis niederschlägt, bzw. die bisherigen Gratisstellplätze aufgelassen und Anrainer zum Zahlen gezwungen werden)? Die Idee, in der Überwölbung des Wienflusses zu bauen, scheint mir einem kranken Hirn entsprungen zu sein...
Günther Albrecht

Falsche Zeit, falsche Zeit!
Alles zubetonieren! Es lebe der Wienfluss-Stausee und das Kraftwerk am Karlsplatz. Mit Turbinenkarussell für die Touristen und Nutzung der U-Bahnschächte als Druckwasserstollen. Dann können wir endlich alle in Wien in Spanplattenhäusern mit Klimaanlage wohnen, welch ein Fortschritt, welch ein Luxus! Wenn wir nur wollen, können wir so den Standard der höchstentwickelten Volkswirtschaft der Welt erreichen.
Max Bichler

Schnapsidee
Ich frage mich, wie manche Schnapsideen zustande kommen. Garagen ja, aber an sinnvollen Orten. Der Naschmarkt gehört da sicher nicht dazu! Noch dazu gibt es ja wirklich einige im Umkreis. Vielleicht sollte man sich auch einmal die überzogene Preisgestaltung der Garagenbetreiber überlegen, die dazu führen, dass sich trotz Garagen nur wenig an der Parkplatzsituation verbessert.
Peter Beinhofer

Finanzmafia
Als Dipl.-Ing. für Bauwesen und Kenner der Geschichte der Wienfluss-Hochwässer halte ich dieses Vorhaben für absurd. Dazu kommen kulturelle, stadtplanerische, touristische und ökologische Kriterien: oder steht dem allem eine der vielen eben Pleite gegangenen Finanzmafias gegenüber?
Ewald Boresch

Auslandsösterreicher
Als Auslandsösterreicher muss ich doch sehr bitten, das positive Bild eines umweltfreundlichen, lebenswerten Wiens nicht durch ein Projekt zu zerstören, das noch der Verkehrspolitik des letzten Jahrtausends angehört!
Othmar Eipeltauer (La Boissière, Frankreich)

Wunschloser Einkauf
Ich besuche regelmäßig den Naschmarkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln und es ist manchmal mühsam, den Einkauf nach Hause zu schleppen, aber dennoch ist der Wunsch nach einer Garage noch NIE bei mir aufgetaucht.
Brigitte Gombos

Zukunft
wo bleiben sinnvolle ideen, die wien braucht und auch in zukunft etwas wert sind?
Julia Hrdina

Immer legale Parkplätze
Als Auto fahrender Niederösterreicher finde ich am Naschmarkt immer legale Parkplätze, mit einem 30 Min.Kurzparschein kann ich meine Einkäufe + Imbiss bequem erledigen. Ich brauche keine Parkgarage! (Frage: Wie sind denn die in Wien überhaupt ausgelastet?)
Rudolf Hübl (Perchtoldsdorf)

Stadtzerstörung
Es wurde schon bei weitem genug in Infrastruktur für den Individualverkehr investiert! Und überall stehen Garagenplätze leer! Hört endlich auf die Stadt zu zerstören!
Harald Jahn

Entgegen jeder Vernunft!
Wien betreibt weiterhin die Fehler der letzten Jahrzehnte, als Europäer noch von „amerikanischen“ Autostädten träumten. Diese Fehler werden in zahlreichen anderen Städten der EU nun mühsam wieder behoben (Verkehrsberuhigung und -beschränkungen, Citymaut, attraktives Park&Ride-System). Wien verfolgt offenbar das Gegenteil. Statt die Stadt von Autos zu befreien, wird durch eine Großgarage am Naschmarkt noch mehr Verkehr in die Innenstadt gelockt. Parkgaragen gehören heute an den Stadtrand!
Jan Peter Janke

Närrischer Unfug
Ja, seid's denn alle närrisch geworden da in Wien? Ich dachte, solchen Unfug gäbe es nur im Heimatland von Mercedes und Benz. Wenn ich das nächste Mal komme, will ich wie immer auf dem Naschmarkt meine Leckerlis kaufen. Also kämpft!!!
Torsten Kahlbaum (Berlin)

Schwachsinn
O lasst uns diesen Schwachsinn verhindern! Keine Grabung völlig unnötiger Löcher unter dem Naschmarkt, um sie dann mit Beton zu füllen! Das reizvolle Flair der Standlzeile wäre dann hin.
Die U-Bahn fährt sowieso direkt und Einkaufstrolleys zum Nachziehen kann man um wenig Geld kaufen. Und e i n Pratervorplatz mit all seinen dubiosen Ergebnissen reicht!!Aber wirklich!!
Gerda Kamna

Sozialkompetenz statt Profitgier
das konzept naschmarktgarage ist gegenläufig zu der angeblichen absicht der stadtregierung zur verkehrsberuhigung. der naschmarkt ist mit der U4 bestens erreichbar. die wohnqualität der anrainer würde durch das erhöhte verkehrsaufkommen sind. wer will eigentlich eine tiefgarage??? politiker mögen den schalmeienklängen der investoren widerstehen oder fließen etwa honorare? wie wäre es (statt naschmarktgarage) mit der förderung eines projektes „sozialkompetenz statt profitgier“ o.s.ä.? ich selbst wohne seit 25 jahren in unmittelbarer nähe des naschmarktes, besitze ein auto, finde einen parkplatz, wenn ich einen brauche und meine freunde, sofern mit dem auto unterwegs, ebenso. ich kenne keine einzige person aus meinem umfeld die je den wunsch nach einem garagenbau in nähe des naschmarktes geäussert haben.
Doris Kastner

Crazy idea –
the Naschmarkt (food and flea) is also a tourist attraction. And think about the additional CO2 emissions and the need to route traffic away from the city. Vienna badly needs a proper Verkehrskonzept!
Susan Katzmann

Kurzsichtigkeit
es ist immer wieder unglaublich, mit welcher kurzsichtigkeit bei uns von der politik „projekte“, die für jeden laien absolut nicht sinnvoll erscheinen, durchgeprescht werden. ich bin zwar selbst autofahrerin, aber auf die idee, mit dem auto zum naschmarkt zu fahren, bin ich noch nicht gekommen. denn es ist bereits bewiesen: mehr parkplätze locken wieder mehr autos an, diese spirale lässt sich endlos fortsetzen. aber dann könnte man ja, um die wirtschaft anzukurbeln, den diesel gratis verteilen, eventuell ebenso die autos... ach ja, und die baubranche kann dann noch eine hochgarage über die tiefgarage bauen, damit alle autos, die dann dort verkehren, wieder platz haben. ach nein, das wird dann nicht nötig sein, denn dann will niemand mehr zum naschmarkt. denn wir können dann nur noch unseren kindern erzählen, dass da einmal ein schöner fleck war, wenn wir auf der bis dahin ebenso existierenden schnellstraße an der wien vorbeisausen, da auch die zufahrten zu langsam wurden.... mit einem wehmütigen: „kannst di‘ no erinnern?.....“
Elisabeth Kolb

Wiener Mythos
Der Naschmarkt und der Wienfluß mit seiner „Unterwelt“ waren für mich immer integrale Bestandteile des besonderen Wiener Charmes, den ich während meines 3-jährigen Aufenthaltes in Wien lieben gelernt habe, und für den ich Freunde aus der ganzen Welt begeistern konnte. Der „Dritte Mann“ war und wird immer für viele Menschen ein Wiener Mythos bleiben, genauso wie die besondere kulturelle Mischung auf dem Naschmarkt. Durch dieses Bauprojekt würde beides beschädigt werden, und sich auch negativ auf die Besucherzahlen auswirken. Denn es gibt immer mehr Touristen, die mehr als den Dom, den Prater und das Schloss Schönbrunn sehen wollen. Gehen Sie mal an einem Wochenende durch das Grätzel um den Naschmarkt, und hören Sie mal genauer hin!
Katharina Kurpanek (Mainz-Kastel)

Kein Drive-In Naschmarkt!
Kann man nicht auch einige Schritte zu Fuß gehen?? Es gibt genügend mögliche Verkehrsmittel! Auch mit dem Auto kann man nicht direkt zu s e i n e m bevorzugten Marktanbieter vor den Stand fahren. Gut so!
Barbara Mandl

Großbaustelle
Ein Ort, der nicht nur denkmalgeschützt ist, sondern noch dazu von zahlreichen gesundheitsbewussten Menschen zum Nahrungsmitteleinkauf genützt wird, sollte vor jeglicher zusätzlicher Schadstoffbelastung, wie sie sowohl eine Großbaustelle als auch zusätzliche Verkehrsbelastung mit sich bringen würde, unbedingt geschützt werden. Ich unterstütze die Initiative gegen den Bau einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt, weil ich für ein gesundes Wien bin, sowohl was die Stadtplanung betrifft, als auch hinsichtlich der Gesundheit seiner Bewohnerinnen und Bewohner.
Melanie Marschnig

Profitgier
Man muß der Profitgier, die in Wien immer mehr auf Kosten des Stadtbildes und der Umwelt geht, endlich Schranken zeigen!
Thomas Neumeister-Macek

Ablöse
Wann wird der Katastrophen-Stadtrat Schicker endlich abgelöst?
Felix Ortmann

Nadelöhr
Das Gutachten über genau dieses Projekt hatte ich im Jahre 1995 in den Händen und es war der Anlass, den „Verein zur Pflege der Unterwelten“ zu gründen, denn der Wienflusstunnel war und ist das größte unterirdische Areal inmitten einer Metropole europaweit, das außerdem sinnvoll kulturell genutzt werden könnte. Mittels der Naschmarkt-Garage würde ein Nadelöhr erzeugt werden, das dem Jahrtausendhochwasser nicht gewachsen wäre, wie es von Statistikern schon längst vorausgesagt wird. Eine Überflutung von U4 und U1 würden einen nicht absehbaren Schaden für die Stadt bedeuten.
Peter Ryborz

Tiefgaragen-Wahnsinn
Ich denke noch mit Schrecken an die Zeit, als man den Naschmarkt schleifen wollte. Das haben die Wiener Bürgerinnen und Bürger verhindert. Ich bin zuversichtlich, dass es beim Tiefgaragen-Wahnsinn auch gelingen wird!
Angelika Schaefer

Unendliche Blödheit
Schon allein der Gedanke an eine Tiefgarage unter dem Naschmarkt – und es dann auch noch laut zu sagen – zeugt von unendlicher Blödheit.
Lisa Schieder

Angst
Das Vorhaben ist so blöd, dass man in Wien schon wieder Angst haben muss, dass es realisiert wird.
Markus Schleinzer

Manische Mobilität
Hier geht es nicht nur um „Flair“, der freilich verloren geht, wenn der Naschmarkt mit Autos „unterspült“ und damit zerstört wird; hier geht es um eine grundsätzliche Haltung zur „Lebenswelt“: zu gewachsenen Strukturen, in denen Menschen miteinander leben und arbeiten. - Eine Tiefgarage unter dem Naschmarkt zerstört eine solche Struktur, zerstört das, was durch Zeit und Geschichte gewachsen und damit Kultur- und Lebensgut geworden ist und – je immer neu durch Menschen belebt – Kultur- und Lebensgut WIRD. Es ist eine Schande! Wenn der blinde Funktionalismus der zuständigen Politiker maßgeblich für die Gestaltung von Lebensräumen ist, dann wird es bald keine Lebensräume mehr geben, sondern nur noch entseelte und entseelende Funktionsräume. Hinter der Kulisse des Einzelfalls erblicken wir freilich den Grundgestus unserer Zeit: das Eliminieren von freien Zeit-Spielräumen, wo Menschen sich noch BEWEGEN können, zugunsten einer manischen Mobilität, in der Bewegung und Bewegtheit und damit Menschlichkeit schlicht zugrunde geht.
Rolf Gregor Seyfried

Vernebelte Sinne
Nur Feinde Wiens und der WienerInnen können auf so eine Horror-Idee kommen. Profitgier kennt offenbar keine Grenzen und vernebelt die Sinne!
Veronika Seyr

Rückwärts gewandte Kurzsichtigkeit
Als langjähriger ehemaliger 6. Bezirk Einwohner, weiß ich aus Erfahrung (geplante Esterhazyparkgarage, Firma Denzel versus Spielplatz, etc.) wie notwendig es ist, der schon rückwärts gewandten Kurzsichtigkeit der Stadtgranden und deren Baulobbyfreunden in Bezug auf urbaner Verkehrspolitik, mit Entschiedenheit entgegen zu treten. Denn leben tun und müssen wir hier. Dass dies denen nicht wurscht ist, dafür haben wir zu sorgen. Weils ihnen nämlich sehr gern wurscht wär. Deshalb schließe ich mich munter dem Protest an.
Reinhold Siebert

Katzenkopfpflaster statt Autoschlund
Einer der schönsten Orte in Wien, ein echtes Juwel, darf nicht dem Garagenwahnsinn zum Opfer fallen. Ich halte es für ausgesprochen unsinnig, hier den Bedürfnissen der Upper Class (mit den Wiener Linien erreicht man den Naschmarkt nämlich ausgezeichnet...) nachzugeben. Der Naschmarkt ist ein Ensemble, das solche brutalen Eingriffe nicht verträgt. Man sollte mit dem Geld lieber renovieren als zu unterminieren! Also: Katzenkopfpflaster statt Autoschlund. Notfalls gehe ich gerne demonstrieren.
Leopold Toriser

Wochenend-Garage
Der Naschmarkt ist ohnehin schon fast kaputt durch diese unglaublich hochfahrenden Fresstempel. Jetzt will man den Rest auch noch vernichten? Es geht doch nur ums Wochenende: Unter der Woche, wenn die Menschen arbeiten, ist doch der riesige Flohmarkt-Parkplatz da. Und am Wochenende sollen sie sich gefälligst in die Öffis setzen. Da hat man Zeit.
Christine Wieser


Rathauskorrespondenz vom 23 .1. 2009:
Wiener Grüne kritisieren geplante Naschmarkt-Garage

Wien (RK). Am Freitag, im Rahmen eines Lokalaugenscheins, stellten die Wiener Grünen u. a. mit Klubobfrau GRin Maria Vassilakou und Umweltsprecher GR Rüdiger Maresch ihre Kampagne "Rettet unseren Naschmarkt" vor, die sich gegen den Bau einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt richtet.
Durch die geplante Errichtung einer Tiefgarage unter dem Wiener Naschmarkt sehen die Wiener Grünen das "Flair" des Marktes in Gefahr. Nicht nur, dass die Garage potentiell von Hochwasser bedroht sei, würde sich auch die Verkehrssituation in diesem Bereich verschärfen, so die Befürchtungen. Die Errichtung "sei völlig unsinnig", da in unmittelbarer Nähe zwölf Tiefgaragen mit rund 2300 Stellplätzen existieren würden. Vassilakou dazu: " Der Naschmarkt ist ein wesentliches Wahrzeichen Wiens und mit seinem Flair Treffpunkt für viele Wienerinnen und Wiener. Der Garagenbau würde den vorderen Teil auf viele Jahre unbenutzbar machen." Die angekündigte Kampagne gegen die Errichtung der Garage beinhaltet eine Unterschriftenaktion, eine große Informationsveranstaltung am 27.1. 2009 im "Spektakel" (5., Hamburgerstraße 14), einen samstäglichen Infostand vor der U-Bahnstation Kettenbrückengasse und eine Informationskampagne, die sich an alle Haushalte der angrenzenden Bezirke richten soll.


23. 1. 2009, "Der Standard" online
Hochwasseruntersuchung für geplanten Tiefgaragenbau
Grünen starten Unterschriftenaktion "Rettet den Naschmarkt"

Aufgrund einer projektierten Tiefgarage unter dem Naschmarkt befürchten die Wiener Grünen eine nachhaltige Beschädigung der bekannten Stand- und Lokalmeile. Deshalb startet die Oppositionspartei nun eine Unterschriftenaktion, welche die Garagenrealisierung verhindern soll. Vonseiten der Stadt wurde einstweilen auf die aktuell laufende Machbarkeitsstudie verwiesen, als deren "wesentlicher" Teil eine Hochwasseruntersuchung im Februar vorliegen soll. …
… Im Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (S) hieß es dazu, dass es momentan noch gar kein genaues "Bauszenario" gebe. Vielmehr werde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, so eine Sprecherin zur APA. Als wesentlicher Teil derselben werde im Auftrag des etwaigen künftigen Garagen-Betreibers Wipark gerade eine Hochwasserstudie erstellt. Sie wird für Februar erwartet und daraufhin von den städtischen Behörden geprüft. Dann werde es auch eine öffentliche Infoveranstaltung geben. Zudem werde aktuell auch eine Verkehrsuntersuchung durchgeführt.
… Beschwichtigende Worte kommen von der Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann (S): "Der Naschmarkt bleibt, wie er ist. Egal, ob eine Garage darunter gebaut wird oder nicht". Im Falle eines negativen Wasserrechtsbescheids gehe sie aber davon aus, "dass das Projekt gestorben ist", so Kaufmann in einer Aussendung. (APA)...


APA-Meldung, 23. 1. 2009
Naschmarktgarage – BV-Kaufmann: "Der Naschmarkt bleibt unangetastet!"
Ein eventuelles Garagenprojekt wird erst nach positiver Bürgerbefragung realisiert – Wasserrechtsbescheid steht noch aus

Wien (SPW-K) - "Der Naschmarkt bleibt, wie er ist. Egal ob eine Garage darunter gebaut wird oder nicht", bekräftigt die Mariahilfer Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann. Eventuelle Garagenbauwerke, wie Ein- und Ausfahrten sowie Stiegenhäuser, werden keinesfalls zwischen den Marktstandeln errichtet. Als nächster Schritt wird der Wasserrechtsbescheid erwartet: "Ist dieser positiv, wird es eine umfassende Information für die Anrainerinnen und Anrainer sowie eine Bürgerbefragung geben. Ist der Wasserrechtsbescheid negativ, gehe ich davon aus, dass das Projekt gestorben ist", sagt Kaufmann. Das gleich gelte für sie, wenn eine eventuelle Bürgerbefragung gegen den Garagenbau ausgeht.


12. 12. 2008, "Die Presse", online
Mariahilf: Naschmarkt-Garage: Bezirk zweifelt jetzt an Hochwasserschutz

… SP-Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann zeigte sich begeistert, von einem Baubeginn 2010 war die Rede. Knappe drei Wochen später ist man in Mariahilf auf den Boden der Realität zurückgekehrt: Ein externes Gutachten und eine geplante Bürgerbefragung könnten die Tiefgarage wieder in die Abteilung wohlklingender, aber doch nicht durchführbarer Pläne verweisen.
… Denn selbst die Bezirksvorsteherin Kaufmann (SP) bremst nun – und das, nachdem sie gleich nach der Präsentation der Pläne die Garage als hochwassersicher bezeichnet hatte. Kaufmann jetzt: „Ich habe geglaubt, dass die Studie hieb- und stichfest ist.“ SP-Umweltstadträtin Ulli Sima habe sie überzeugt, dass der derzeitige Informationsstand nicht ausreichend sei. Das Büro Sima will nun laut Kaufmann bis Ende Februar eine neuerliche Prüfung veranlassen – um Licht ins Dunkel des Wienfluss-Gewölbes zu bringen.


Prominenten-Komitee gegen Naschmarkt-Garage
„Die geplante Großgarage unter dem Naschmarkt würde das Erscheinungsbild des historischen Marktes unwiderruflich zerstören. Sie hätte auch weitere negative Auswirkungen auf Verkehr und Umwelt dieses Stadtteils. Daher sollte diese Garage besser nicht gebaut werden.“

Dr. Martin Adel (Kulturjournalist, Mariahilfer), El Awadalla (Dialektdichterin, Anrainerin), Dr. Lucas Cejpek (Autor, Regisseur, Anrainer), Eva Deissen (Kolumnistin, Anrainerin), Christian Fillitz (ORF-Kulturjournalist, Mariahilfer), Univ. Prof. Dr. Roland Girtler (Soziologe, ehem. Naschmarkt-Arbeiter), Elfriede Hammerl (Autorin), Sven Hartberger (Klangforum), Dr. Regina Hofer (Ärztin, Kabarettistin, Anrainerin), Barbara Klein (Kosmos-Theater, Mariahilferin), Margret Kreidl (Schriftstellerin, Anrainerin), Tina Leisch (Theatermacherin), Dr. Victoria Lunzer-Talos (Kunst- und Kulturhistorikerin), Vene Maier (Journalist), Dr. Robert Menasse (Schriftsteller, Anrainer), Lydia Mischkulnig (Schriftstellerin), Slavko Ninic (Tschuschenkapellmeister), Dr. Kurt Palm (Autor, Regisseur, Naschmarktbesucher), Hermes Phettberg (Elender zu Gumpendorf), Christine Pillhofer (Bildhauerin, Anrainerin), Gerhard Ruiss (Autor), Stefan Slupetzky (Autor, Zeichner), Heinz R. Unger (Schriftsteller), Regina Uttenthaler (ORF), Renate Welsh (Schriftstellerin), Hubert Winter (Galerist, Mariahilfer)

Eva Deissen: „Ich weiss als langjährige Anrainerin, dass für das Wahnsinnsprojekt eines Garagenbaus unter dem Naschmarkt definitiv keinerlei Notwendigkeit besteht. Man kriegt an den Wienzeilen immer - ausser am Flohmarkt-Samstag, da muss man sich halt drauf einstellen - überraschend kommod einen Parkplatz.
Man müsste doch im Sinne des Zeitgeistes die Menschen im Gegenteil dazu ermuntern, sich der so bequem gelegenen U-Bahn-Stationen Karlsplatz (U1, U4) und Kettenbrückengasse (U4) zu bedienen, statt den Leuten neue zusätzliche Anreize für einen Naschmarktbesuch per privatem PKW schmackhaft zu machen.
Es ist in den letzten Jahren am Naschmarkt genug Grauenhaftes passiert, und es wurde uns immer versprochen, jetzt ist aber dann endgültig Schluss damit. Wie sollte das mit einem Tiefgaragenbau zusammen gehen? Wo und bei wem liegen da die wahren, eigentlichen Interessen?“

Michael Freund: „Riesenparkplätze in Stadtnähe sind Ausdruck einer rückwärtsgewandten Verkehrspolitik, die allen Ernstes glaubt, dass dem bisherigen Individualverkehr die Zukunft gehört. Außerdem sind sie zig
Millionen schwere Monumente eines Filzes von Großbauunternehmern und einer sich um die Bedürfnisse der Bevölkerung einen Dreck scherenden Kommunalpolitik.

Roland Girtler: „Ich unterstütze die Stellungnahme gegen die Großgarage. Nicht nur als Radfahrer leide ich unter den vielen Autos, die täglich am Naschmarkt vorbei rollen. Eine Großgarage würde noch mehr Autos anziehen.“

Elfriede Hammerl: „Ich bin ehrlich entsetzt und schliesse mich dem Protest an.“

Sven Hartberger: „Unfaßbar, daß im Jahr 2009 tatsächlich noch jemand lebt, der verkehrspolitische Konzepte aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts vertritt. Noch unfaßbarer, daß  Mitglieder der Wiener Stadtregierung solche Personen als ernstzunehmende Gesprächspartner und ihre krausen und zerstörerischen Ideen als „Projekte” betrachten.“

Anna Jeller: „es ist unverantwortlich, ein gewachsenes viertel mit funktionierender infrastruktur durch dieses projekt mutwillig zu zerstören oder zumindest nachhaltig zu beschädigen.

Robert Menasse: „Ganz besonders wichtig finde ich jetzt alle Bemühungen, die Naschmarkt-Garagen-Katastrophe zu verhindern!“

Hermes Phettberg: „Es erstickt eh die ganze Welt vor Lärm und Autos. Und ich bin also kein Narr für den neuen Parkplatz unter dem Nachmarkt.“

Erika Pluhar: „Ohne Anrainer zu sein bin ich auch dabei voll und ganz auf der Seite derer, die einem vernunftlosen, zerstörerischen, profitgierigen „Projekt“ die Stirn zu bieten versuchen. Wir sind ja von Projekten und Bauvorhaben förmlich eingekreist, die dem Menschen sein menschenwürdiges, menschliches, gewachsenes Umfeld rauben wollen.“

Martin Pollak: „Ich finde es verrückt, dass an so einem Ort eine Garage gebaut werden soll – vielleicht sollte man sich einmal anschauen, wie viel Plätze in den nahe gelegenen Garagen, z. B. Museumsquartier, ständig frei sind. Muss man wirklich die ganze Stadt mit so was ruinieren?“

Peter Rosei: „Keine gute Idee, diese Naschmarktgarage. Fehlt nur noch ein Entree a la Prater ... und jede halbe Stunde der Liebe Augustin - für die Touristen.“

Eva Rossmann: „Es ist ein haarsträubender unsinn, noch mehr autoverkehr in die mitte der stadt zu ziehen (wo es ohnehin eine hervorragende u-bahn-anbindung gibt) und gleichzeitig einer der authentischsten attraktionen wiens schweren schaden zuzufügen. Mir ist kulinarische multikulturelle vielfalt lieber als ein autoparkplatz.“

Tex Rubinowitz: „Das ist natürlich eine brutale Schweinerei, es gibt kein Parkproblem, das einzige Problem der Naschmarktstandler sind die Touristen, und die kaufen erstens nichts und kommen zweitens nicht mit dem Auto.“

Stefan Slupetzky: „Es macht mich traurig, dass die wenigen Wiener Inseln, die noch das Flair früherer, weniger technokratischer Zeiten atmen, sukzessive modernisiert, uniformiert, in diesem Fall regelrecht unterminiert und damit zerstört werden. Siehe Prater-Entree. Der Aschenmarkt hat nicht in Schutt und Asche gelegt, dem goldenen Kalb Automobil geopfert zu werden!“

Renate Welsh: Gerne unterstütze ich die Aktion gegen den unsinnigen Bau einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt. Alle unsere Besucher aus dem Ausland genießen den Besuch auf dem Naschmarkt, der für meine Begriffe für den Anspruch Wiens als Weltstadt unersetzlich ist.

Hubert Winter: „diese idee ist nicht einmal als übler faschingsscherz einen gedanken wert!“


Unterstützungsbrief
Unterm Naschmarkt soll eine Tiefgarage gebaut werden – mit schlimmen Folgen für den Markt und seine Umgebung. Genauere Informationen dazu habe ich unten angefügt. Um dieses Projekt doch noch verhindern zu können, möchte ich ein Komitee mit prominenten Persönlichkeiten organisieren, die folgende Stellungnahme unterstützen:
 „Die geplante Großgarage unter dem Naschmarkt würde das Erscheinungsbild des historischen Marktes unwiderruflich zerstören. Sie hätte auch weitere negative Auswirkungen auf Verkehr und Umwelt dieses Stadtteils. Daher sollte diese Garage besser nicht gebaut werden.“
Im Namen vieler anderer AnrainerInnen hoffe ich auf Unterstützung dieses Anliegensund würde mich auch über die Weiterleitung des Mails an weitere mögliche UnterstützerInnen freuen.

Mit freundlichen Grüßen



Riesige Tiefgarage bedroht Naschmarkt!

Bezirksvorsteherin Kaufmann und Stadtrat Schicker wollen unter dem denkmalgeschützten Wiener Wahrzeichen eine Großgarage für 370 Autos bauen lassen. Die Folgen für den größten und schönsten Markt unserer Stadt wären katastrophal!

Vier gewaltige Ein- und Ausfahrtsrampen würden errichtet werden: Direkt am und neben dem Markt, vor der Secession und bei den Otto Wagner - Häusern

Neun Kobeln aus Stahl und Glas für Stiegenhäuser und Lifte würden gebaut werden – acht davon direkt neben dem Markt

Diese Ungetüme dienen auch als „Lüftungstürme“: Die Abgase der Tiefgarage würden direkt in den Markt ausgeblasen!

Die vielen neuen Kurzparkplätze würden auch noch mehr Verkehr anziehen und so die Situation der AnrainerInnen weiter verschlechtern

Die Garage müsste bei Hochwasser in kurzer Zeit geräumt und geflutet werden, was in der Praxis kaum zu bewerkstelligen wäre

Für die Bauarbeiten soll in der Mitte des Marktes ein riesiges Loch gebohrt werden, um die Materialien für die mächtige Betondecke nach unten zu transportieren

Am Gelände des Flohmarktes und den dahinter gelegenen Flächen befindet sich der größte innerstädtische Parkplatz mit ausreichend Platz für 400 Autos

Nur massiver Widerstand der Bevölkerung kann dieses Wahnsinnsprojekt verhindern! Es ist nicht das erste Mal, dass der Naschmarkt von engagierten BürgerInnen gerettet werden muss: Vor 33 Jahren wollte die SP den Markt vollständig schleifen lassen und stattdessen eine sechsspurige Stadtautobahn bauen – und am Gelände des Flohmarktes sollte ein riesiges Parkhaus mit 158 Metern Länge gebaut werden.

Und hier noch ausführlichere Informationen:
Seit Jahren warnen die Grünen eindringlich vor dem Plan, unter dem Naschmarkt eine riesige Tiefgarage zu errichten. Die Mariahilfer SP versucht, dieses jahrzehntealte Projekt doch noch zu verwirklichen: Mit Hilfe von Volkspartei und Freiheitlichen wurde im Bezirksparlament eine Machbarkeitsstudie beschlossen. Die nun präsentierten neuen Pläne übertreffen unsere schlimmsten Befürchtungen noch bei weitem: Sollte die Garage gebaut werden, so bedeutet das den Tod des Naschmarktes, wie wir ihn kennen!

Die Firma WIPARK, eine Tochter der skandalumwitterten Immofinanz, will in der Überwölbung des Wienflusses eine Betonplatte einziehen, die Platz für mindestens 370 Autos bieten soll. Vier gewaltige Rampen sollen errichtet werden: Eine Zufahrtsrampe gegenüber der Sezession vor dem Verkehrsbüro, eine zweite an der Linken Wienzeile bei der Schleifmühlgasse. Eine Ausfahrtsrampe ist im Marktgebiet bei der Laimgrubengasse vorgesehen, eine zweite auf dem Gelände des Flohmarktes bei der U-Bahn-Station Kettenbrückengasse.
Weiters soll entlang der Linken Wienzeile alle 80 Meter ein Glas-Stahl-Kobel gebaut werden, insgesamt neun Stück: Acht davon am Gehsteig direkt neben den Marktständen, einer vor  dem Theater an der Wien. Jene drei am Anfang des Marktes beim Getreidemarkt bergen Stiegenhäuser und Lifte, die restlichen sechs nur Stiegen. Alle neune aber dienen auch als „Lüftungstürme“: Die Abgase der Tiefgarage werden direkt in den Markt ausgeblasen!

Dieses Wahnsinnsprojekt würde aber nicht nur das historische Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Marktes unwiderruflich zerstören, sondern die vielen Kurzparkplätze würden auch noch mehr Verkehr anziehen und so die Situation der AnrainerInnen weiter verschlechtern. Diese würden übrigens sämtliche Parkplätze vor den Häusern der Linken Wienzeile verlieren: Hier soll als Beruhigungs-Zuckerl ein Radweg gebaut werden – die Wohnbevölkerung soll dann halt in der Garage parken…

Desaströs wären auch die Folgen bei einem großen Hochwasser: Die Garage müsste in relativer kurzer Zeit geräumt und geflutet werden, was in der Praxis kaum zu bewerkstelligen wäre. Außerdem bestünde die Gefahr, dass durch den von den Einbauten verursachten Rückstau auch die angrenzende U-Bahn-Trasse überschwemmt würde.

Aber schon die Bauarbeiten selbst wären eine Katastrophe. Da die nächstgelegene Abfahrt in den Wienfluss erst bei der Kennedy-Brücke situiert ist, soll in der Mitte des Marktes bei der Schleifmühlgasse ein riesiges Loch gebohrt werden: Hier sollen schwere Baugeräte jahrelang die Materialien für die mächtige Betondecke in die Tiefe transportieren! Die SP-Bezirksvorsteherin Kaufmann dagegen behauptet unverfroren: „Die Kunden werden nicht einmal die Bauarbeiten merken, da diese unter der Erdoberfläche erfolgen können.“

Die SP-Politikerin will die Garage mit allen Mitteln durchdrücken und behauptet gegenüber der Presse: „Eine Tiefgarage unter dem Markt ist nicht nur den Kaufleuten, sondern auch den Anrainern ein Anliegen.“ Dies ist eine glatte Unwahrheit: Im Bürgerbeteiligungsverfahren zur Neugestaltung des Naschmarktes kam das irrwitzige Projekt überhaupt nicht zur Sprache – und eine AnrainerInnen-Befragung wurde auch nicht durchgeführt!
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch das Verhalten der Mariahilfer Volkspartei: Diese trug zwar von Anfang an den SP-Antrag für die Garage mit, möchte aber ihre treue Unterstützung der Bau- und Autolobby nicht an die große Glocke hängen. Ihr Obmann wurde fuchsteufelswild, als er erfahren musste, dass die Grünen die von ihm geforderte Geheimhaltung der Garagenpläne ablehnten und die Öffentlichkeit informieren würden. Er selbst kann in die vorliegenden Pläne keinen Grund zur Ablehnung finden…

Der stellvertretende Grüne Bezirksvorsteher Werner Haslauer hatte ja ursprünglich noch auf höhere Vernunft gehofft: „Die Mariahilfer SP will überall im Bezirk, wo es einen Park oder etwas Ähnliches zu zerstören gibt, eine Garage bauen. Meine Hoffnung ist, dass die Stadtregierung gescheiter ist als die Roten im Bezirk und dieses unsinnige Projekt stoppt!“ Nun ist aber genau das Gegenteil eingetreten: Der SP-Stadtrat Rudolf Schicker hat bereits angekündigt, das Projekt um jeden Preis durchboxen zu wollen: „Der Bedarf für eine Garage in diesem Gebiet ist da und deswegen stehe ich hinter dem Projekt und forciere es!“
Dazu schreibt die Kolumnistin Eva Deissen: „Als Anrainerin des Naschmarktes kann ich bezeugen: Sooft jemand zu mir kommt, staunen die Besucher, wie leicht es war, vor meinem Wohnhaus oder ganz nah einen Parkplatz zu finden. Kaum ein attraktiver Ort dieser Stadt ist so gut mit der U-Bahn zu erreichen wie der Naschmarkt (Stationen Karlsplatz und Kettenbrückengasse). Oder mit dem Bus 59A. Man sollte Leute, die zum Markt wollen, nicht ermuntern, dies mit dem Auto zu tun, sondern dazu, Öffis zu benützen.“

Und in der „Presse“ meint Dietmar Neuwirth: „Die „Studie“ besagt nicht mehr und nicht weniger, als dass 370 KFZ-Abstellplätze machbar wären. Interessantes Detail: Das Papier wurde von jenen erstellt, die später auch die Garage betreiben wollen. Die werden schließlich am besten wissen, wohin sie ihre Garagen bauen. Ob da nicht ein kleiner Interessenkonflikt bestehen könnte? Aber woher denn! Wir sind in Wien! Auffahrten, Abfahrten, Abgänge, Zugänge, Belüftungsschächte - alles kein Problem, sagt die Studie, sagt Frau Kaufmann.“

Und besagte Frau Kaufmann ist sehr eifrig im Sinne der Garagenwerber unterwegs: Sie versucht AnrainerInnen mit der Aussicht auf verbilligte Garagenplätzen zu ködern und hat auch schon eine Warteliste für InteressentInnen angelegt. Leider hat die SP aus ihrem Debakel bei der geplanten Tiefgarage unter dem Bacherpark nichts gelernt: Deshalb kann nur entschiedener Widerstand der Bevölkerung dieses Wahnsinnsprojekt verhindern!

Aber es ist nicht das erste Mal, dass der Naschmarkt von engagierten BürgerInnen gerettet werden musste: Vor 33 Jahren wollte die SP den Markt vollständig schleifen lassen und stattdessen eine sechsspurige Stadtautobahn bauen – und am Gelände des Flohmarktes sollte ein Riesen-Parkhaus mit 158 Metern Länge gebaut werden…

Richard Weihs


APA-Meldung, 25. 11. 2008
VP-Hammerer ad Naschmarkt-Garage: Abschließende Beurteilung noch nicht möglich

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse, die gestern präsentiert wurden, waren leider sehr dürr und lassen eine abschließende Beurteilung seitens der ÖVP Fraktion noch nicht zu", so die knappe Reaktion von ÖVP Mariahilf Obmann Gerhard Hammerer zur geplanten Garage unter dem Naschmarkt. Bei vielen wichtigen Details wurde auf Nachfrage immer wieder auf zusätzliche Planungen verwiesen, konkrete Zahlen über den Bedarf bzw. die Auslastung rund um den Naschmarkt fehlten ebenfalls.

Gerhard Hammerer: "Da Parkraum in den innerstädtischen Bezirken ein knappes Gut ist und die unterirdische Unterbringung der Fahrzeuge auch Alternativen für die Oberflächengestaltung ermöglicht, haben wir im Dezember 2005 dem Antrag auf Prüfung zugestimmt. Bei drei Jahren Bearbeitungszeit darf man sich aber schon konkretere Ergebnisse erwarten. Die ÖVP Mariahilf teilt weder die Panikmache, die nun seitens der Grünen erzeugt wird, noch sagen wir uneingeschränkt Ja und Hurra zu diesem Vorhaben. Wir stehen dem Projekt weiterhin offen gegenüber, warten aber die Detailplanungen ab."


25. 11. 2008, "Die Presse", online
Naschmarkt-Garage? Studie sagt Ja

… Damit nicht genug, rückt man ihm nun auch unterirdisch zu Leibe: Mit einer Parkgarage, die als Betonplattform in die sogenannte „Überwölbung“, dem Hohlraum zwischen Wienfluss und Markt, eingezogen werden soll.
… Was architektonisch und statisch waghalsig klingt, ist laut Wipark AG – sie will die Garage errichten und betreiben – machbar. Die Firma, eine Tochter der Immofinanz mit Garagen in Wien und Budapest, präsentierte am Montagabend der Bezirksvertretung Mariahilf ihre Pläne. Eine unterirdische Garage mit 370 Stellplätzen, zwei Einfahrten bei Secession und Theater an der Wien, zwei Ausfahrten am Ende des Marktes. Neun Zugänge soll es geben – einen davon exklusiv zum Theater an der Wien.
… Einmütiges Nicken bei den Wiener Grünen? Ganz und gar nicht. Sie sehen in dem Plan eine „Horrorvision“: Von „gewaltigen Rampen“, „Glas-Stahl-Kobeln“ als Zugängen, gar von Überflutungsgefahr ist die Rede. „Die Stadt Wien gefährdet Menschenleben“, so der drastische Vorwurf des grünen Gemeinderats Rüdiger Maresch. Helmut Sattler, Wipark-Vorstand, widerspricht: „Auch beim extremsten Hochwasser wäre die Garage kaum betroffen.“ Sattler, der noch keine Angaben über die Kosten machen möchte, wehrt sich gegen den Verschandelungsvorwurf: „Der Naschmarkt wird nicht angetastet.“...


APA-Meldung, 25. 11. 2008
Mariahilf - BV Kaufmann: Plan für eine Garage unter dem Naschmarkt vorgestellt
BV Kaufmann: "Parkraum im Hohlraum über dem Wienfluss ist denkbar - Wir stehen aber erst am Beginn der Diskussion"

Wien (SPW-K) - Die WIPARK Garagen AG stellte gestern ihre Vorstellungen für die Garage unter dem Naschmarkt vor. Technisch machbar wären 370 Stellplätze im Wienflussgewölbe mit vier Rampen für Zu- und Abfahrt und neun Zugängen. Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann meint dazu: "Wir stehen am Anfang. Wir erfuhren lediglich, dass der Bau einer Garage realisiert werden kann. Jetzt starten wir mit der öffentlichen Diskussion." Bereits Anfang 2009 werden die Anrainer eingeladen und können über das Für und Wider debattieren.

Rund zehn Jahre wird über Parkflächen in der bestehenden Einwölbung des Wienflusses unter dem Naschmarkt nachgedacht. "2010 beginnen wir mit der Sanierung des Marktes. Das Garagenprojekt ist nun diskussionsreif, da die Realisierung mit dem Umbau koordiniert werden müsse", so Kaufmann.

Das Marktgeschehen wird vom Parkdeck nicht beeinflusst. Die Aufgänge sollen sich harmonisch in das sensible städtebauliche Ensemble der Umgebung einfügen. Renate Kaufmann verspricht: "Der Wiener Naschmarkt bleibt so wie wir ihn kennen und lieben."

Die Fakten zur Garage
Die unterirdische Garage würde sich vom Gebäude des ehemaligen Wiener Verkehrsbüro bis zur Kettenbrückengasse erstrecken und 370 Dauer- und Kurzparkern Platz bieten. Die Oberfläche des Marktes bliebe unangetastet. Die Standorte für Ein- und Ausfahrten sowie Stiegenhäuser befänden sich im öffentlichen Straßenraum. Die Rampen, um in die Garage zu gelangen, wären gegenüber der Secession im 1. Bezirk und beim Theater an der Wien geplant. Die Ausfahrten würden am Ende des Naschmarktes in der heutigen Parkspur situiert werden.

Für die schlichten, transparenten Stiegenhäuser würde der Gehsteig entlang des Naschmarktes verbreitert werden. Ein Aufgang mit Lift sollte sich neben dem Theater an der Wien auf Höhe Millöckergasse befinden. Taxistandplätze und Lieferzonen am Naschmarkt blieben erhalten.

Lücke des Radweges wird geschlossen
Mit der Garage könnte der zweispurige Radweg vor den Häusern entlang der Linken Wienzeile in den ersten Bezirk fortgeführt werden.
"Die Situation, wie sie sich heute darstellt, ist sehr unbefriedigend. Viele nehmen nicht die vorgesehene Radroute über die Köstlergasse und die Gumpendorfer Straßen in die Innere Stadt, sondern fahren lieber auf dem Gehsteig weiter," erklärt Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann. Dass dadurch auch Parkplätze auf der Straße wegfallen ist der Bezirkschefin bewusst. "Daher möchte ich für Mariahilfer einen günstigen Tarif in der neuen Garage mit dem Betreiber ausverhandeln", erklärt Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann.


16. Oktober 2008, "Die Presse", online
Mariahilf: Naschmarkt-Garage wird konkreter
Ein Betreiber ist gefunden, die Machbarkeitsstudie wird demnächst fertig.

Wien (mpm). Fast hatte man sie vergessen, so still war es um sie geworden: jene Garage, die unter dem Naschmarkt im Wienfluss-Gewölbe errichtet werden soll. Die Stille trügt: Das Projekt ist konkreter denn je. Zum einen gibt es einen (nicht näher genannten) Garagenbetreiber, der die Garage (mit 370 Plätzen) errichten möchte. Zum anderen wird die dafür notwendige Machbarkeitsstudie in Kürze fertig, wie Wiens Garagenkoordinator Alfred Theuermann sagt. Sie soll im Herbst präsentiert werden. Mit einiger Verzögerung. Denn: „Es ist kein einfaches Projekt“, so Theuermann. „Aber ein interessantes.“
Und ein altes. Schon Anfang der 90er-Jahre hatte man im Bezirk Mariahilf über eine Garage unter dem Naschmarkt nachgedacht. Vor fast drei Jahren hatte der Bezirk – dagegen stimmten nur die Grünen – einen Antrag an die Stadt gestellt, das Projekt prüfen zu lassen. „Der Garagenzombie ist wieder aufgetaucht“, meinte der grüne Gemeinderat Christoph Chorherr damals. …


Aussendung, 20. 12. 2005

Tiefgarage am Naschmarkt?
Da schrillen bei uns die Alarmglocken. Wir sagen: Finger weg! Aus guten  Gründen.

Die SPÖ versucht’s wieder: In der Mariahilfer Bezirksvertretung wurde ein Antrag gegen die Stimmen der Grünen beschlossen, der die Errichtung einer Tiefgarage unter dem Naschmarkt zum Ziel hat. Ich halte das für absurd.
 
Stau, Stau, Stau
Schon jetzt gibt’s beinahe Dauerstau rund um den Bereich Naschmarkt. Mit einer großen Garage signalisiert man NaschmarktbesucherInnen:" Ihr könnts eh mit dem Auto kommen!" und pumpt so noch viel mehr Autoverkehr in diesen Bereich

Riesenbaustelle und bleibender Eingriff ins Ensemble
Auch wenn es heißt, dass diese Garage den Nachmarkt "kaum" beeinträchtigt, habe ich da starke Zweifel: Ein- und Ausfahrten, Lifte, Lüftungsschächte, Notausgänge, Stiegen etc. müssen an die Oberfläche. Und die ist der Naschmarkt.

Geldvernichtung
Schließlich ein soziales Argument. Bei der Bildung wird auch "aus budgetären Gründen" in Wien gespart. Viele Volksschulen bräuchten z.B. eine bauliche Erneuerung oder mehr Personal. "Volksgarage" heißt: Rund zwei Drittel der Kosten werden aus öffentlichen Mitteln, nämlich aus der Parkometerabgabe subventioniert. Polemisch formuliert: Volksschulen sind uns wichtiger als Volksgaragen.

Christoph Chorherr


Hände weg vom Naschmarkt.
Wiener Grüne kritisieren weiterhin Garagenprojekt beim Naschmarkt Wien (OTS) -

Als substantielle Gefährdung des Naschmarktes, neuer überflüssiger Verkehrsknotenpunkt, wie auch als ästhetische "Verschandelung" bezeichnete am Dienstag der Planungssprecher der Wiener Grünen, GR Mag. Christoph Chorherr, den vorweihnachtlichen Vorstoß der Wiener Bezirks-SPÖ Mariahilf, eine Volksgarage unter dem Naschmarkt-Gebiet mittels einer Machbarkeitsstudie prüfen zu wollen. Laut Chorherr würde das öffentliche Geld viel mehr Sinn in der Ausstattung bzw. Renovierung umliegender Schulen finden. Weiters wurde angemerkt, dass der bestehende, auf der Oberfläche befindliche Parkplatz beim Naschmarkt nicht ausgefüllt sei. Chorherr betonte beim Mediengespräch abschließend, dass die Grünen hiermit die SPÖ "warnen würden". Bei Festalten an der Idee der Volksgarage unter dem Naschmarkt-Gebiet prophezeite er heftigsten Widerstand seiner Fraktion.

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


In den Wintermonaten ist das Naschmarkt-Museum geschlossen.
Wiedereröffnung am 4. 4. 2009 von 12.00 bis 14.00 Uhr.


 

ARCHIV

Diskussionen
um den Naschmarkt

>>> Einleitung von Angelika Herburger
Naschmarkt-Fest (Juni 2008)
>>>
Wien heute, vienna.at/Stadtreporter
>>> Mehr Markt
>>> Der Naschmarkt – Wiens Gesundheitsmeile
>>> Wiener Tafel
>>> pro mente