Kunst – Mariahilf

„Graffiti-Writer“ zeigen ihr Können

Am Mittwoch, dem 4. Juli 2007, fand das Eröffnungsfest der ersten legalen Graffiti-Wand beim Ballspielplatzbereich im beliebten und viel genutzten Esterhazypark unter dem Motto „legal wall“ statt.

Mehrere junge und talentierte Künstler, aber auch solche, die es noch werden wollen, gaben mit den gesponserten Spray-Dosen ihr Bestes und ließen ihrer Kunst freien Lauf. Sogar Kinder, die dort in der Nähe wohnen und fast jeden Tag in diesem Park verbringen, fanden Gefallen an Graffitis. „Es ist mal was anderes, nicht immer nur diese grauen Wände.“

Auf genau diesen faden grauen Wänden wurden farbenfrohe und ausdrucksstarke Bilder geschaffen. Am Ende dieser Eröffnungsfeier wurde die Wand vom Projektleiter der Stadt Wien "Wiener Wand" als „legal wall“, die zukünftig allen Interessierten zum Sprayen zur Verfügung steht, mit dem Symbol „Wiener Taube“ gekennzeichnet.
Doch was bedeutet „Graffiti“ überhaupt? „Graffito“ ist die Einzahl und dies ist der „inoffizielle“ Charakter einer Botschaft oder Meinung in Form von Wandmalerei und wird mit der Musikrichtung „Hip Hop“, also unter anderem Beatbox, Rap und Breakdance, sehr oft in Verbindung gebracht. Diese Art von Schriften und Zeichen ist mit den ältesten Kommunikationsformen der Menschheitvergleichbar, etwa den Felsritzungen im Tal von Côa (Portugal) oder verschiedene Höhlenmalereien.

Nadine UngerHeutzutage werden nicht nur Hauswände besprayt, Züge und Plakate erhalten ebenfalls einen neuen „Anstrich“. Im Unterschied zu Graffitis, die kunstvoll gestaltet sind, sind irgendwelche „Schmierereien“ unnötig und verschandeln unsere Umgebung.

Doch der Gesetzgeber macht keinen Unterschied.

Hohe Strafen, aufgrund von Sachbeschädigung, müssen Sprayer zahlen, auch wenn sie eine graue Wand in ein wunderschönes Kunstwerk verwandelt haben. Für genau diese Art von Graffitis setzt sich die Organisation „Free Art Mariahilf“ ein, die aus einer Gruppe junger Leute besteht. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht die Graffitikunst zu fördern. Es ist ihnen wichtig, dass die Sprayer als junge Künstler angesehen, von der Bevölkerung anerkannt werden und nicht immer als „Schmierer“ gelten.

Eine wichtige Rolle bei diesem Fest spielten die Bezirksvorsteherin Renate Kaufmann und die Gemeinderätinnen Peko Baxant und Nicole Krotsch, die bei der Kontaktaufnahme zu den Magistratsämtern und Behörden sehr geholfen und sich für dieses Projekt besonders engagiert haben.

Durch all diese Leute, die das Projekt „legal wall“ ins Leben gerufen und ihre Unterstützung angeboten haben, wird es vielleicht irgendwann möglich, dass Graffitis nicht immer nur als „Verschmutzung“ verurteilt, sondern als Kunst gesehen werden. Wien ist anders! – Warum nicht auch bunter?

Nadine Unger

 

 

ARCHIV

>>> Citylights [Wiener Frauen]
von Irene Andessner

>>> "Gerngross"-Säule

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>>> Beppo Beyerl
Auszug aus "Hüben und Drüben "

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Auszug aus "Ohnehin"

>>> Galerie Stock

>>> Rudolf Weys
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>>> Architekt DI Eduard Widmann Das Idealtheater am Naschmarkt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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