Geschichte und Geschichten

Das Wiener Arsenal

Der Terminus „Arsenal“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet so viel wie „Haus der Waffen“ oder „Haus des Fleißes“. Im europäischen Raum steht das Wort „Arsenal“ für Waffen- und Munitionsmanufaktur bzw. für Zeughaus. Das Arsenal in Wien wurde nach der Niederschlagung der Märzrevolution 1848 nach Plänen von Ludwig Förster, Theophil Hansen, Eduard van der Nüll, Carl Roesner und August Sicard von Sicardsburg, außerhalb des damals noch bestehenden Linienwalles, bis 1856 errichtet.

Schon beim Baubeginn im Jahre 1849 ließ man von offizieller Seite keinen Zweifel daran, dass der Bau der Militäranlage weniger zur Abwehr von äußeren Feinden dienen, sondern vielmehr deswegen gebaut werden sollte, um über eine zentrale militärische Anlage zur Abwehr von inneren Feinden in geeigneter Position zu verfügen. Die zwischen 1853–56 nach Plänen von Carl Roesner errichtete Arsenalkirche „Maria vom Siege“ wurde auch als Rohziegelbau errichtet. Über dem Hochaltar findet man die aus dem ehemaligen Zeughaus stammende um 1620 geschaffene Steinskulptur, die als „Zeughausmuttergottes“ bekannt ist.

Auch das zwischen 1850–57 errichtete Heeresgeschichtliche Museum befindet sich am Arsenal-Gelände. Es ist das älteste staatliche Museum Wiens. Die Feldherrenhalle ist durch 56 überlebensgroße Marmorstandbilder öst-erreichischer historischer Persönlichkeiten und Feldherren geschmückt. Nach Ende des I. Weltkrieges wurden die militärischen metallverarbeitenden Erzeugungsstätten in gemeinwirtschaftliche Betriebe um- gewandelt. Fortan wurden hier zivile Güter hergestellt.

Unter anderem war auch die Österreichische Amilcar-Automobil AG hier angesiedelt, die von 1924 bis 1930 in den Fertigungshallen Personenwagen erzeugte. Im September 1944 wurden weite Teile des Arsenals durch Bomben schwer beschädigt. Arge Schäden wurden auch durch die darauf folgenden Plünderungen verursacht. Nach dem II. Weltkrieg wurden unter Bewahrung des historischen Ensembles in den leer stehenden Unterkünften Wohnungen errichtet und Firmen angesiedelt. Auch die Dekorationswerkstätten der Bundestheater, einige Forschungsinstitute sowie das Fernmeldetechnische Zentralamt der österreichischen Post- und Telegraphenverwaltung wurden im Gelände des Arsenals untergebracht. Am 15. 10. 1973 erfolgte auf dem noch unverbauten Grundstückes der Spatenstich zum neuen Hauptbereichsamt Arsenal, in dem auch eine Auslandsvermittlungsstelle, ein Ortsamt, das Fernschreib- und Datenübertragungsamt, der Bildschirmtext sowie eine Postgarage und eine Postautowerkstätte unterge- bracht waren.

Nach fünfjähriger Bauzeit wurde das FZG (Fernmeldezentralgebäude) Arsenal am 8. 9. 1978 feierlich eröffnet. Die verbaute Fläche betrug 6.500 m2 bei einer Grundstücksgröße von 22.878 m2. Insgesamt wurden 100.000 m3 Erdreich bewegt, 4.720 t Stahl und 44.500 m3 Beton verbaut. Der Richtfunkturm, der 155 Meter hoch und schon von weitem sichtbar ist, wurde ein neues Wahrzeichen Wiens.

Aus Anlass des 30-jährigen Jubiläums der Eröffnung wurde von der Telekom Austria die mit 2 x 12,5 m längste Wandzeitung Österreichs, die die Geschichte des Bauwerkes von der Grundsteinlegung bis heute dokumentiert, in Auftrag gegeben. Bei der öffentlichen Präsentation am 19. 6. dieses Jahres konnten die Besucher Fotos von verschiedenen Bauabschnitten bis hin zur Fertigstellung betrachten.

 

Ing. Gerhard Fürnweger

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Maria Welser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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