Die Fratschlerin

In Anlehnung an die Geschichten von der Frau Sopherl vom Naschmarkt, geschrieben von Vincenz Chiavacci, 1883. Zur Einstimmung ein Auszug aus dem Original.

Ob denn der Mensch no was Guats hört. Nix als Unglücker, nix als Malheur! Net gnuar, dass dö Elementer gegen uns verschwur’n san, müass‘nd Leut a no dazuar beitrag‘n dass d’Wearnastadt in Frans’n aufgeht.

In die Butt’n könnt man springen, wenn man so was lest.

Was’ denn, was gibt‘s denn?

Erstens wolln’s a Stadtbahn bau’n, aber net auf der Erd’, wiar sa sie für a solide Bahn g’hörn tät. Nah, in der Luft, über unsere Köpf soll’s geh’n.

Die Damen duckten die Köpfe nieder, als spürten sie die Lokomotive schon auf dem Genick...

Dös wird schön werd’n, wann d’ Wäg’n auf die Leut abifall’n, wia dö Erdäpfeln aus an Sack, der a Loch hat. I geh mit mein Standl’ liaba am Leopoldi-Berg, bevor i die Angst aussteh! Wo ma geht und steht, is man ja seines Lebens nimma sicher!

Wird’s aner Wasserleitungsröhr’n z’eng, so feierts an so hoch in’d Luft, dass ma’n Mond bei de Hörndl’n packen kann. Wia dö Scheermäus, grab’ns a si ind Erd’n eini. Überall is untaminiert. Der Bod’n unter uns is hohl wie die Schmoll’n von aner Kaisersemmel.

Seit dreißig Jahr’n fürcht’ i mi vor dera Gas, dass amal d’Wearnastadt in d’ Luft gsprengt wird.

Und de muaß der Teufel reit’n mit dem elektrischen Licht. Da was man nöt amal, was a’m alles g’sscheg’n kann. Auf a Gigarl is eh der sichere Tod.

Und’ schönste kummt erst. Kruzi, unser Wearn wolln’s uns zuaschütt’n oder einwölb’n, wia s’ es nennen. …
So geht halt a Schönheit nach der andern tschali. I frag’ nix und denk ma no weniger, sunst haßt’s glei, ma räsonirt.

Mir is’ recht, aber i protestier!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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