Teekultur – Eine kleine Rundreise

China
Die traditionelle Tee-Zeremonie im Mutterland des Tees trägt den Namen „Gong Fu Cha“ und kann mit Fug und Recht als die hohe Kunst des Teetrinkens bezeichnet werden. Gong Fu Cha bedeutet „der komplizierte Weg“ – und das ist nicht übertrieben: Am Beginn der Zeremonie, die jahrelang eingeübt wird, steht die aufwändige Begrüßung und Platzierung der Gäste, darauf folgt das rituelle Spülen der Kanne und der Tassen. Noch komplizierter und ausgefeilter ist die Choreographie des Aufgießens und Brühens, mit der die Teeblätter „geweckt“ werden. So überrascht es nicht, dass Teetrinken in China auch Meditation und Philosophie bedeutet.

Chinesen bevorzugen grünen, ungesüßten Tee. Rund 70% der Produktion entfallen auf ihn. Der chinesische Schwarztee geht größtenteils in den Export.

Japan
Auch für eine japanische Teezeremonie sollten Sie viel Zeit haben. Wie beim chinesischen Vorbild erfolgt die Teezubereitung nach einem jahrhundertealten Ritual, das in einem eigens dafür eingerichteten Teehaus ausgeführt wird. Im Mittelpunkt der Zeremonie steht der pulverisierte grüne Tee, Matcha genannt, der vom erfahrenen Teemeister mit einem Bambusbesen schaumig geschlagen wird. Japan ist eine Grüntee-Nation, die in erster Linie für den Eigenbedarf produziert.

England
Was wäre England ohne seine Tea time? Was im 17. Jahrhundert als elitäres Damenkränzchen begann, ist heute Ausdruck britischer Lebensart. Ihren Tee trinken die Engländer mit Milch und Zucker, begleitet von Sandwiches oder Keksen. Übrigens, entgegen dem Vorurteil haben nicht die Engländer den größten Teedurst in Europa, sondern die Iren.

Russland
Nicht Wodka, sondern Tee ist das russische Nationalgetränk. Wichtigstes Utensil der russischen Teetradition ist der Samowar, mit dem die Sehnsucht nach starkem, süßem Tee gestillt wird. Russen trinken ihren Tee ohne Milch. Gerne wird er aus Gläsern geschlürft, während der Teetrinker einen Löffel Marmelade genüsslich in seinem Mund zergehen lässt.

Türkei
Die Teezubereitung in der Türkei steht wie in Russland ganz im Zeichen des Samowars. Er besteht aus einem Kännchen mit Teekonzentrat und einem darunter liegenden großen Kessel mit heißem Wasser. Stark gesüßt und in Gläsern serviert, wird Tee in der Türkei zu jeder Tageszeit getrunken. Beliebte Zutaten sind Pistazienkonfekt oder Bakhlawa.

Ostfriesland
Im Kreis der Teenationen etwas fehl am Platz, verdient Ostfriesland dank seiner regionaltypischen Teezubereitung dennoch ehrenvolle Erwähnung: In die Tasse kommt zuerst ein großes Stück Kandiszucker, genannt „Kluntje“. Darauf wird der kräftige Tee (meist eine Assam-Mischung) – begleitet vom Knirschen der Kluntjes – gegossen. Zuletzt kommt ein Löffel Obers (das „Wölkchen“) hinzu. Ja keine Milch verwenden und bloß nicht umrühren, den der Ostfriese genießt seinen Tee in drei Schichten: Obenauf der Obers (der Himmel), dann der Geschmack des Tees (das Wasser) und schließlich die Süße des Kandis (das Land).

Stephan Schulz

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Deutscher Teeverband e.V.
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