Apfelrezepte
Daniel Bauer

Äpfel sind mein Lieblingsobst. Bei den Großeltern in Steyr wurden die geernteten Äpfel auf Holzsteigen gelegt und im Felsenkeller gelagert. Täglich schaute mein Opa die Steigen durch und sortierte Äpfel aus, die dann von der Oma zu köstlichen Strudeln und Kompott verwandelt oder einfach zwischendurch gegessen wurden. Die Cox Orange-Sorte mochte Opa Felix am liebsten und der Baum wurde eifersüchtig gegen Vögel und sonstige Mitesser verteidigt.

Die Apfelrezepte sind nur sporadisch mit Mengenangaben versehen, da ich diese generell für einengend halte.

Apfel-Zwetschken-Pineapple-Chutney

  • Zwiebeln
  • Äpfel
  • Zwetschken
  • Ananas
  • Sonnenblumenöl
  • helle Senfkörner
  • Bockshornkleesamen
  • Ingwer
  • rote Currypaste
  • Meersalz

Für das Chutney brate ich Zwiebelringe in Sonnenblumenöl langsam, bis sie süß und golden sind, und röste helle Senfkörner, Bockshornkleesamen und Ingwer so lange mit, bis die Senfsamen zu poppen beginnen. Die entkernten und in grobe Stücke zerteilten Äpfel und Zwetschken sowie die zugeputzte Ananas kommen nun ebenfalls in den Topf, dazu auch ein wenig rote Currypaste. Das alles wird auf kleiner Flamme geköchelt, bis die Früchte weich sind. Gut durchrühren und die Konsistenz sowie Salzgehalt gegebenenfalls mit Wasser und Meersalz korrigieren. In ausgekochte Marmeladengläser gefüllt, hält sich das Chutney über Monate und schmeckt toll zu gebratenem Fleisch und Fisch.

Berberitzen-Apfel-Kürbis-Marmelade

  • Berberitzen
  • Äpfel
  • Kürbis
  • Zitrone
  • Orange
  • Sternanis
  • Zimtstange
  • Zucker

Die Berberitzen werden gesammelt, gewaschen und mit den entkernten, grob gewürfelten Äpfeln und einem ebenso vorbereiteten Kürbis in einen Topf gegeben. Dazu gesellen sich noch Sternanis, Zimtstange, ungespritzte Zitronen- und Orangenzeste sowie deren Saft und etwas Zucker. Auf Gelierzucker kann verzichtet werden, da die Äpfel und der Kürbis für die richtige Marmeladenkonsistenz sorgen. Alles miteinander aufkochen und bis zur richtigen Konsistenz einkochen. Anschließend wie das Chutney in vorbereitete Gläser füllen. Abschließend gibt es doch noch ein paar Mengenangaben von mir, da Kuchen selten ohne diese zu einem beglückenden Ergebnis führen.

Apfelkuchen

  • 4 Eier
  • 1/4 l Sonnenblumenöl
  • 1 kg Äpfel
  • 200 g Honig
  • 250 g Mehl
  • Orange
  • Zimt
  • 2 Teelöffel Backpulver
  • Butter

Das Rezept stammt aus der jüdischen Küche und ist eines der populärsten und einfachsten Kuchenrezepte aller Zeiten. Traditionell wird der Kuchen zu Chanukka, dem Lichterfest, gebacken und gegessen. Für den Teig braucht man eine große Schüssel und einen Schneebesen. Die Eier mit 1/4 Liter Sonnenblumenöl verrühren und mit der Zeste, dem Saft einer ungespritzten Orange und ein wenig gemahlenem Zimt aromatisieren. Gesüßt wird mit Honig, der in den Teig gerührt wird. Dann Backpulver mit bestem Mehl vermischen und unter den Teig geben. Die Hälfte der Masse gießt man nun in eine gebutterte Springform und verteilt die entkernten und geschnittenen Äpfel darauf, anschließend die restliche Masse daraufgießen und mit den Äpfeln vorsichtig vermengen. Im vorgeheizten Backrohr bei 1800 C ungefähr 40 Minuten backen. Auskühlen lassen und aus der Springform nehmen – schmeckt das ganze Jahr über!

Fazit: Äpfel schmecken und das am besten aus dem eigenen oder Nachbars Garten, wo meist noch die würzigen alten Sorten zu finden sind.

Aber auch am Markt und beim Apfelhändler Ihrer Wahl werden Sie Köstlichkeiten wie den Gravensteiner, Glockenapfel, Boskop, Cox Orange und Golden Delicious finden, die allesamt alte aromatische Sorten sind und glücklicherweise zu den zehn gefragtesten und somit auch gehandelten Apfelsorten global gehören.

Womit wir Konsumenten auch in Zukunft maßgeblich das Apfelangebot mitbestimmen, was mich zuversichtlich stimmt!

 

 

 

 

 

 

 

 

Tipps
und Wissenswertes

Lagerung
Äpfel mögen keine trockene Luft. Sehr zu schätzen wissen sie kühle Lagerung, kleinere Mengen bewahren Sie am besten im Kühlschrank (Gemüsefach) auf. Bedenken Sie aber, dass Äpfel sogenannte Reifegase verströmen, die Gemüse und Früchte in deren Umgebung schneller reifen lassen.

Frische Äpfel im Februar,
wie ist das möglich?

Im Herbst wird geerntet, was im Winter frisch verzehrt wird. Möglich machen dies moderne Lagertechniken: Das Obst wird nach der Ernte knackfrisch in sogenannte CA-Lager gebracht, wo durch ein ausgeklügeltes System der Stoffwechsel der Früchte gegen Null reduziert wird und diese ohne Qualitätsverlust monatelang gelagert werden können. CA steht für kontrollierte Atmosphäre (controlled atmosphere) und bedeutet ein streng kontrolliertes Zusammenspiel zwischen Luftzusammensetzung (weniger Sauerstoff, mehr Kohlendioxid), Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Hilfe, meine Äpfel sind fettig!
Ist es Ihnen auch schon passiert? Sie haben knackig frische Äpfel gekauft, haben sie dekorativ in der Obstschale drapiert und nun haben sie einen fettigen Glanz. Dies ist ein natürlicher Vorgang, der die Äpfel vor dem Austrocknen und Schrumpfen bewahren soll. Wenn Sie nun nicht allzu lange warten, tut dies dem Genuss keinen Abbruch.

Adressen
Das steirische Obstbaummuseum „Haus des Apfels“ befindet sich in Harl. Im Freigelände sind ein Presshaus und ein Bauernobstgarten mit alten Sorten zu besichtigen.
www.apfeldorf-puch.at

Steirische Apfelstraße – das heißt 25 km Blütenpracht im April. Die Apfelstraße liegt in der Nähe von Graz.
www.apfelstrasse.at

ARCHE NOAH hat sich zum Ziel gesetzt, alte gefährdete Kultursorten vor dem Verschwinden aus unseren Gärten zu bewahren und die Verbreitung alter Sorten zu fördern.
www.arche-noah.at

ARCHIV

>>> Marzipan – Verführerisches aus dem Morgenlan
>>>
Salz – das weiße Gold
>>> Der nächste bitte – Petersilie, noch ein unscheinbares Helferlein
>>> Ihr Auftritt bitte: Schnittlauch – das unscheinbare Helferlein
>>> Spargel
>>> Fisch
Es muss nicht immer Meer sein
>>> Honig
Von der Blüte auf's Brot
>>> Erdäpfel
Das Gold der Inkas

>>>
Beeren
Begehrte Früchtchen

>>>
Kokosnuss
tropische Vielfalt

>>>
Eier
die kleinen Wunderwerke
>>> Tee
vom grünen Blatt zum goldenen Labsal
>>> Schokolade
der zarte Schmelz der Sünde
>>> Der Apfel
eine paradiesische Versuchung

 

\n