Naschmarktblicke

Wenn ich nach einem anstrengenden Arbeitstag über den Naschmarkt gehe, meist am frühen Abend, von vielen Standlern gegrüßt, und die Anpreisungen „Die letzten zwei Fladenbrot“ – „Jetzt zwei Kilo um zwei Euro“ „süüüße Weintrauben, billig!“ oder den bekannten Satz „Döner macht schöner“, worauf ein vorbeigehender Marktbesucher antwortet: „Warum isst du’s dann net selber“, höre, weiß ich, dass ich hier meinen Feierabend verbringen möchte – bei einem Bier oder Glas Wein, Schmankerln und Wiener Schmäh – natürlich im Stammbeisl!

Es tut sich Einiges am Naschmarkt: Stände werden umgebaut und erneuert, Stehpulte und „Schanigärten“ ins Winterquartier übersiedelt, Most und Sturm sind ausverkauft, es duftet nach Punsch und Glühwein.

Neuerdings gibt´s zwei Maronibrater am Naschmarkt: die „Maronimausi“ bei der U-Bahn-Station Kettenbrückengasse und einen weiteren im unteren Teil des Naschmarkts beim Getreidemarkt.

Weihnachten naht: die ersten Bestellungen für Weihnachtsgänse und andere Festtagsbraten wer den getätigt, ab 12. 12. wird’s wieder grün am Naschmarkt – der Christbaumverkauf beginnt. Besonders schön sieht das Szenario am samstägigen Bauernmarkt aus, man isst sein Speckbrot und trinkt Wein zwischen Tannen und Fichten, die Standler am Bauernmarkt müssen dann zusammenrücken.

Da der 24. und 31. 12. auf einen Sonntag fallen, kann man an den beiden Tagen keine Freunde im Naschmarkt-Beisl treffen. Die eingeschworenen Naschmarktfans werden sich sicherlich am Tag davor zuprosten. Wiederum finden viele Weihnachtsfeiern in den Beisln am und um den Naschmarkt statt, man wird gut essen und trinken und sich wohl fühlen.

Viel Prominenz sah ich in jüngster Zeit am Naschmarkt. Für den Film „König Otto“ mit Ottfried Fischer wurde eine Szene mit seiner Filmtochter am Naschmarkt gedreht, die Sendung „Heimat fremde Heimat“ war erst unlängst bei uns zu Gast. Auch die Sängerin Radina, die leider in der letzten Sendung vor der Finalrunde von Starmania ausscheiden musste, konnte ich unter den Besuchern entdecken.

Am 14. 11. sah ich einen Report bei ATV über den Naschmarkt. Leider wurden in diesem Bericht die multikulturelle Vielfalt, die große Auswahl an Waren aus aller Welt, die Atmosphäre dieses Mikrokosmos nicht herausgearbeitet. Man stellte einige wenige Standbesitzer mit sicherlich interessantem Warenangebot vor und vermischte den Naschmarkt mit der komplett konträren Welt des Flohmarktes. Naschmarkt-Wissende – wie viele von uns – hätten sich mehr Inhalt und Vielfalt erwartet. Doch das deutsche TV-Team hatte nicht das Hintergrundwissen, das für einen ausgewogenen Report notwendig gewesen wäre – schade um die nicht genutzte Chance.

Jetzt darf ich Ihnen, schöne Leserin und geschätzter Leser, ein Frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches gesundes Neues Jahr wünschen und freue mich auf ein Wiederlesen in der Februar-Ausgabe!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Christian Maschner

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