Naschmarktblicke

Nicht immer gibt’s was zu lachen – eine Zeitung hat einen unschönen Bericht über den Naschmarkt geschrieben („Delikatessen-Dürre“ – Autor ist ein gewisser „Beißer“), wobei man annehmen muss, dass er sich dem Thema Naschmarkt nicht wirklich genähert hat – „ungeahnte Tiefen“, „Fantasiepreise“, „Dutzendessen auf Knöchelniveau“, „tristes Würstelbudeneinerlei“ … So geht’s in dem „Bericht“ weiter. Sollten Sie diese „Wochenend-Gratiszeitung“ wieder in Ihrem Postkasten finden, lesen und urteilen Sie selbst.

Jazz am Naschmarkt
Foto: FCMIch habe mich zu diesem Thema mit Josef Papas zusammengesetzt, der mir diesbezüglich viel erzählt hat. Er sorgt auch für außergewöhnliche Gastauftritte, wie zum Beispiel immer wieder von Hans Salomon. In der ersten Maiwoche hörte ich zufällig die Jazzsängerin Julia Zipprick aus Köln (deren Auftritt wir Thimo Kirberg zu verdanken haben), die einige Jazzstandards zum Besten gab – sie könnte öfter in Wien vorbeikommen!

Wie kam der Jazz zum Naschmarkt?
Diese Frage habe ich mir schon öfters gestellt und endlich die Antworten von kompetenter Seite erhalten.

Josef Papas – sozusagen der Wegbereiter des Jazz am Naschmarkt – erzählte mir seine Geschichte. Bevor er am Naschmarkt sein Lokal eröffnete, war Josef Tischler und als ordentlicher Handwerker informierte er seine Kunden, dass er in Zukunft am Naschmarkt als Gastronom tätig sein werde. Unter seinen zahlreichen Kunden waren auch Jazzmusiker, die sich erkundigten, ob sie nicht am Naschmarkt auftreten könnten. So kam es und seit Ende 2004 gibt’s im Lokal von Josef Jazz – anfangs nur am Donnerstag, seit einiger Zeit hört man hervorragende Jazzmusik von Mittwoch bis Freitag. Den Jazz lernte Josef Papas bei einem fast einjährigen USA-Aufenthalt kennen („Da war noch Ronald Reagan Präsident.“). Der Vorteil: Wo gibt’s in Wien Jazz, internationale Küche und Kebab zu Gasthauspreisen in einem Lokal. Er schätzt – so wie ich – die Vielfalt des Naschmarkts und da gehört Jazz natürlich dazu. Jetzt in der warmen Jahreszeit kann man herrlich abends im Schanigarten sitzen und die Musik genießen. Probieren Sie es einmal aus.

Noch ein kleiner Hinweis zur EURO 2008: An den Spieltagen im Juni gibt’s keinen Jazz! Das Naschmarktfest nimmt langsam Formen an. Es gibt bereits viele Anmeldungen für dieses Fest am Freitag, dem 27. 6. 2008. Zwei Tage später werden wir dann das Finalspiel der EURO 2008 erleben. In vielen Lokalen am und um den Naschmarkt wird die Europameisterschaft zu sehen sein, teilweise sogar mit Flatscreens im Freien.

Foto: wombatsEine Tageszeitung, deren Büros sich nahe dem Naschmarkt befinden, berichtete von Erweiterungsplänen auf den freien Flächen des Naschmarkts (oberer Teil). Am nächsten Tag erschien ein absolut konträrer Bericht in einer seit 1848 existierenden Tageszeitung, wobei Ausbaupläne immer unter Beachtung der strengen Denkmalschutzrichtlinien zu sehen sind. Nachdem der Nasch- markt der einzige denkmalgeschützte Markt in Wien ist, wäre ein Ausbau extrem teuer. Ein großes Hostel ist jedoch nahe dem Naschmarkt (Rechte Wienzeile 35) geplant. Die „wombat’s – the City Hostels“ ist eine österreichische Hotelkette, die eine einzigartige Mischung aus Hotel und Jugendherberge betreibt. Das Hostel am Naschmarkt soll 2010 eröffnet werden und wird 440 Betten beherbergen (das vorerst größte dieser Hotelkette).

Ich wünsche allen Naschmarktbesuchern viel Spaß und Spannung bei der EURO 2008 und natürlich bei unserem Naschmarktfest am Freitag, dem 27. 6. 2008. Nehmen Sie sich einen Urlaubstag, das Fest beginnt bereits um 10.00. FCM

 

FCM

 

 

 

 

Christian Maschner

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